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Jeder ist ja bekanntlich erst mal nur sein eigener Star und keiner holt einen raus! Im Berliner Großstadtdschungel, dem man sich täglich im Zuge von Selbst- bzw. Eigenständigkeit stellen muss, gilt das jedenfalls. Es sei denn, man trifft auf einen Tugendhelden, womit die gemeint sind, die einem „Hilfszwang“ unterliegen und einem „helfen müssen“, ob man will oder nicht! Will man nicht! Also heißt es: Gas geben, nicht stehen bleiben! Denn wie sagte schon Stefan Raab in „TV Total“ ganz richtig? „Wir haben doch keine Zeit!“ Das Einzige, aus dem diese Tugendhelden einen allerdings rausholen, ist die positive Verfassung.

Erste Prüfung gemeistert, also weiter geht‘s zur nächsten. Die befindet sich auf dem Weg zur U7 durch den Park am Gleisdreieck, wo der Rasen gewässert werden muss. Das führt zu der Prüfung: „Der Rasen oder DU!“ Da der Weg durch den Park anscheinend auch Wasser braucht und die Stadt auch keine Zeit hat, bewässert man am liebsten BEIDES! Weg UND Rasen.

Naja, aber dann „frisch geduscht“, darf man ja auch Star sein und wird erstaunt angeguckt. Zugang zur U7 an der Yorckstraße hat man dann über die „öffentlichen Toiletten“ der Obdach… äh… den AUFZUG! Nun ja, mit dem „Zugang“ ist das dann aber auch so eine Sache.

Mehr als oft lächelt einen auch gerne mal ein „Außer Betrieb“-Hinweis an. Also: DINGDONG! Extra-Runde zur Station Kleistpark! Dort angekommen funktioniert der Zugang mit 2 Aufzügen einwandfrei. Prüfung „Zugang zum Gleis der U7“ – GESCHAFFT! „Rein oder nicht rein?“, ist dann die nächste Frage.

Die Bahn ist VOLL, übervoll, um genau zu sein. Weil morgens, abgesehen von ein paar Streikenden oder auch Straßenbahnreinigern, niemand Zeit hat. Also nicht rein in die erste Bahn und warten auf die nächste. Mit der klappt es dann.

Der Zugführer steigt aus und wir spielen „Ich bin ein Star holt, mich hier rein!“ und ich gelange über eine bereitgestellte Rampe in die Bahn. Während der Fahrt: Geschichten, die die Welt nicht braucht, weil einer wie ich ja alles wissen muss, genau! Nein. Aber auch Nettes von anderen Dschungelcampern und anderen
Stars.

An der Haltestelle Blissestraße kann es gut sein, dass man wieder auf ein „Außer Betrieb“-Schild trifft. Ist auch heute so.

Also: zurück zur Station Berliner Straße. Nur hier ist es leider auch so. Aber es gibt die Ersatzprüfung: Rolltreppen fahren. Spannend für jemand wie mich – man weiß nie, ob man oben im Rollstuhl sitzend ankommt oder raus rutscht! Macht nix, man ist mit 80er-Jahre-TV aufgewachsen und kennt alle Folgen von „Ein Colt für alle Fälle“ mit Lee Majors als Stuntman! Außerdem gibt‘s hier nette Damen, die einem helfen, wenn man‘s gebrauchen kann. Schön! Danke! Hatte Colt Seavers damals auch! Die im Dschungelcamp auch – und das sind nur B-Promis und keine Stuntfrau wie Jody Banks. Prüfung „Raus aus dem Bahnhof“ geschafft! Nun noch einen kurzen Straßenparcours und man ist leider kein Dschungelkönig oder auch zum Glück. Schließlich ist außer denen niemand gerne B-Promi.

Obwohl man sich nach so einer Challenge fühlt, als wären die 8 Stunden Arbeit schon um, betreibt man diesen Wahnsinn gerne und geht frohen Mutes zur Arbeit ins Lwerk in der schönen Stadt Berlin.

Thomas Steinweg
Redaktionsteam