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New York City im Rollstuhl

9/11 (die Anschläge auf das World Trade Center in New York City und das Pentagon in Washington D. C. am 11. September 2001) – für mich war das ein sehr grausamer Tag und eine furchtbar schlimme Zeit.

Ich mochte New York ja schon immer irgendwie. Die Musik, die Filme, die Lebensart … und das kam während der Zeit von 9/11 wieder hoch bzw. wurde mir in dieser Zeit stärker als je zuvor bewusst. Dank Facebook, Myspace etc. lernte ich auch New Yorker persönlicher kennen und mögen. Ich fing auch an, mich für New Yorker Sportteams zu interessieren. Alles in allem wurde New York Heimat meines Herzens, bevor ich je da war!

Als ich dann endlich hinkam und mir vorher einige sagten: „Stell dir das mal nicht so toll vor!“, war es noch viel fantastischer, toller, schöner, als ich es mir je hätte vorstellen können. So ein Gefühl zwischen „endlich zu Hause“ und totaler Ergriffenheit! Gerade als Mensch mit Behinderung ist man der „King“ in dieser Stadt! Alle sind sehr nett, hilfsbereit und das nicht aus Mitleid den „armen Behinderten“ gegenüber oder um sich besser zu fühlen, weil man helfen kann, sondern aus Respekt! New York City ist für Menschen mit Behinderung sehr gut organisiert, das Personal auf Situationen mit Rollstuhlfahrern, die Hilfe benötigen, geschult und die New Yorker zeigen durchweg Verständnis. Das sollte jeder mal erlebt haben, der eine Behinderung hat.

Fragt man sich: „Wie geht das mit New York?“ – nicht ganz einfach, als Nicht-Amerikaner vor allem seit 9/11. Zuerst einmal muss man sich überlegen, was man da will. Danach richtet sich, was man tun muss, bevor es überhaupt losgeht. Aber gehen wir einmal davon aus, man will als Tourist dorthin und fliegen. Dann geht das so: Als erstes braucht man einen maschinenlesbaren Reisepass, der für die Dauer des Aufenthaltes gültig sein muss. Der Reisepass muss ein „ePass“ sein, d. h. er muss einen Computerchip enthalten, der in der Lage ist, biometrische Informationen (Erkennungsverfahren zur Personenidentifikation) und das digitale Foto zu speichern.

Weitere Informationen, wie z. B. Bestimmungen zum Passbild, sind bei der amerikanischen Botschaft sowie unter www.
newyork.de/reise-abc/einreise/dokumente
zu bekommen. Auch für andere Informationen ist das eine sehr hilfreiche Seite.

Man braucht ein Hin- und Rückflugticket und eine Adresse des Aufenthaltsortes muss angegeben werden (z. B. die Adresse des Hotels). Mindestens 72 Stunden vor dem Flug muss online eine ESTA-Registrierung (ESTA: Electronic System for Travel Authorization) erfolgen, da es seit 9/11 sehr strenge Einreisekontrollen gibt. Abkürzend verweise ich noch einmal auf die o. a. Internetseite.

Geflogen bin ich von Düsseldorf nonstop nach New York City. Am Flugzeug wird man als Rollstuhlfahrer in einen schmaleren Rollstuhl gesetzt, damit man durch den engen Gang des Flugzeugs kommt und der eigene Rollstuhl im Laderaum verladen werden kann.

Die ca. 7,5 Stunden Hinflug vergingen ruck, zuck. Ich hatte ja vorher gedacht, dass mir der Flug unheimlich lange vorkommen würde – aber denkste. In NYC am John F. Kennedy Flughafen in Queens angekommen ging es mit dem Taxi nach Manhattan ins Hotel, etwa zwei Straßen vom Chrysler Building entfernt – total beeindruckend all diese Wolkenkratzer (Hochhäuser, die bis in die Wolken reichen). Nach der Anmeldung im Hotel ging es auf das Zimmer im 23. Stock: Wahnsinn!

In NYC kommt man sich die ganze Zeit vor, als wäre man in einem Film. Irgendwo – im Kino oder Fernsehen – hatte man alles schon einmal gesehen, und nun ist man mittendrin.

Als Erstes besuchten wir das Grand Central Terminal. Umgangssprachlich bekannt als Grand Central Station, ein wunderschöner alter Bahnhof (1913 eingeweiht) in Manhattan. Bekannt aus viele Filmen. Trotz des üblichen Trubels ein sehr schöner Ort, der fast beruhigend wirkt, wenn man an die schöne Decke guckt. Dann ging es zum Abendessen in ein Restaurant gegenüber unter einer Brücke: ins „Pershing Square Central Café“. Auch absolut zu empfehlen, rollstuhlgerecht, mit Rampe am Eingang.

New York an sich ist sehr rollstuhlgerecht. Es gibt Rampen an jedem noch so hohen Bürgersteig und man kann an vielen Stellen U-Bahn fahren. In Bussen kann man auch fahren. Es ist in Bussen sogar so, dass man als Erster einsteigen darf und dann festgeschnallt wird. Öffentliche Gebäude und Museen haben rollstuhlgerechte Eingänge und überall gibt es entweder extra Toiletten für Rollstuhlfahrer oder Toiletten die groß genug sind, um sie mit Rollstuhl gut nutzen zu können.

Schlafen im Hotel bei offenem Fenster ist schon ein Erlebnis. Man hört die ganze Nacht Feuerwehr- oder Polizeisirenen, aber man kann sich daran gewöhnen, weil es wirklich durchgehend ist.

Am nächsten Tag gingen wir dann ins Chrysler Building bzw. in dessen Lobby (Eingangsbereich) im Stil der 20er Jahre, alles aus Chrom und Marmor, sehr beeindruckend. Aber alles an NYC ist irgendwie beeindruckend, zum Beispiel der Ausblick, den man vom Rockefeller Center hat. Da oben sieht man erst einmal, wie riesengroß der Central Park, in dem wir auch öfter waren, ist. Ein anderer schöner Park, nicht ganz so riesig, aber auch sehr schön, ist der Washington Square Park mit dem berühmten Torbogen.

Am nächsten Tag ging es nach Brooklyn, wo meine Schwester (Ja, sie ist Fotografin und hatte beruflich dort zu tun. Cool!) in einer WG wohnte, die auch Filmkulisse bei „Friends“ hätte sein können oder so. Außerdem wohnte da ein Typ, der aussah wie Kim Thayil  von „Soundgarden“.

Auf dem Rückweg kam der wohl schönste Moment meiner Reise: Wir fuhren nachts über die Brooklyn Bridge! Ich hatte Tränen der Freude in meinen Augen. Ich liebe diese Brücke schon ein halbes Leben. 

Tags darauf machten wir noch eine Schiffstour auf dem Hudson vorbei an Ellis Island und der Freiheitsstatue und wieder unter der Brooklyn Bridge durch. 

Wir besuchten noch den „Madison Square Garden“, auch ein Traum von mir – hier spielen die „NEW YORK KNICKS“!
Ich bin RIESENFAN von denen! Außerdem waren wir noch im American Museum of Natural History, richtig cool, diese meterhohen Saurier Skelette dort.  

Tja, auch die schönste Reise geht leider mal zu Ende und so flogen wir nach 10 Tagen in NYC wieder zurück gen Heimat.

Abschließend kann man sagen, es war wirklich die schönste Reise, die ich je gemacht habe – bis jetzt… denn ich möchte unbedingt mal wieder nach NEW YORK CITY!

Es gibt so viel zu sehen, zu erleben dort. Die ganze Art der Menschen, die Atmosphäre auf den Straßen in der Stadt! NYC, Du bist das Beste, was mir je passiert ist. DANKE, Papa, dass du mich mitgenommen hast!

Thomas Steinweg
Redaktionsteam