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Schichtwechsel mit Hertha

Während des berlinweiten Aktionstags „Schichtwechsel“, haben einige Menschen aus den 17 Berliner Werkstätten und einige Beschäftigte aus Unternehmen in der Stadt ihre Arbeitsplätze für einen Tag getauscht. Hierbei ging es darum, den jeweils Beschäftigten aus der freien Wirtschaft und denen aus dem integrativen Kontext einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Die Aktion ist so erfolgreich, dass sie bereits das dritte Jahr in Folge angeboten wurde, aber es war das erste Mal, dass Hertha BSC dabei war.

So war es im Lwerk:

Die Hertha im Lwerk
Drei Spieler der bekannten Fußballmannschaft sind am 24. Oktober 2019 um 10.00 Uhr im Lwerk am Standort Wilhelmsaue in der Fahrradwerkstatt angekommen.

Hier durften Sie eine Stunde bei der Fahrradreparatur praktisch mitarbeiten. 

Es wurden Schläuche getauscht und Bremsen eingestellt. Die Herthaner waren sehr interessiert und das Presseaufgebot war groß. Neben den Profi-Fußballspielern Alexander Esswein, Niklas Stark und Per Skjelbred waren auch die Kamerateams des rbb, des Senders TV-Berlin und das Hertha-eigene Kamerateam dabei.

Drei kleine Filme sind entstanden, die für einige Publicity gesorgt haben.

Die Profifußballer standen anschließend den Mitarbeiter*innen vom Standort Wilhelmsaue für Fragen, Fotos und Autogramme zur Verfügung. Sie zeigten sich sehr interessiert am Arbeitsleben in unserer Werkstatt und an den Besonderheiten, die das Leben mit Behinderung mit sich bringen kann. Herr Skjelbred kannte sich schon ganz gut aus, da er auch eine Verwandte mit Behinderung hat.

So war es bei Hertha:
Es waren ca. 40 Mitarbeiter*innen aus allen 17 Berliner Werkstätten zum „Schichtwechsel“ bei Hertha auf dem Betriebsgelände. Zunächst konnten die Werkstattmitarbeiter*innen einen Film über die Hertha sehen. Dann gab es einen Rundgang auf dem Gelände. Es wurde der Trainingsplatz, die Hertha-Schule und die Kantine gezeigt. Auch Fotos wurden gemacht und Autogramme wurden verteilt. Der nächste Programmpunkt war ein Mittagessen in der Hertha-eigenen Kantine.

Schließlich gab es ein taffes Training für die Schichtwechsler*innen aus den Werkstätten. Sie wurden eine Stunde von drei professionellen Coaches auf dem Platz trainiert. Auch ein 11-Meter-Schießen war dabei. Als Belohnung für diese Anstrengung gab es Hertha-T-Shirts für alle.

Über den Aktionstag hinaus
Die Herthaner waren so begeistert von der Aktion, dass sie darüber hinaus eine längere Zusammenarbeit mit den Werkstätten anstreben. So sollen zum Beispiel in 2020 an jedem Heimspieltag Menschen aus den Werkstätten bei Hertha hinter die Kulissen schauen und mithelfen dürfen. Hier können Mitarbeiter*innen sich in der Einlass- und Kartenkontrolle oder im VIP-Bereich einbringen. Dafür bekommen sie dann Freitickets für die 2. Halbzeit und dürfen das Fußball-Spiel zu Ende sehen.

Auch über das Einrichten von Praktikumsplätzen für Menschen mit Behinderung wird zurzeit nachgedacht. Aktuell lassen sich in der Hertha-eigenen Verwaltung geeignete Arbeitsbedingungen für Menschen mit Integrationsbedarf finden, so erste Einschätzungen.

Später könnten bei Hertha aus solchen Praktika in Kooperation mit dem Lwerk-Projekt „Sprungbrett“ Arbeitsplätze geschaffen werden. Das ist in einem anderen Zusammenhang auch schon im vergangenen Jahr passiert. So nahm ein Mitarbeiter des Lwerks aus dem Bereich Küche am Schichtwechseltag in einem externen Restaurant teil. Daraus entwickelte sich ein Praktikum und heute ist für diesen Mitarbeiter ein neuer Arbeitsplatz entstanden.

Es sei noch ein  weiterer aktueller Fall erwähnt: Hier ist ein Werkstattmitarbeiter über den Schichtwechsel bei einem externen Sicherheitsdienst von Hertha untergekommen und absolviert heute dort ein Praktikum. Ob dieses in einer regulären Stelle endet bleibt abzuwarten.

Ihr / Euer Redaktionsteam