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EINFACH GESAGT:

Astrid Lindgren, Literatur und Kultur

Astrid Lindgren ist eine berühmte Buch-Autorin.

Sie schrieb viele Bücher für Kinder.

Sie wurde 1907 in Schweden geboren.

Ihr Mädchen-Name war Astrid Ericsson.

1931 heiratete Astrid Ericsson Sture Lindgren.

Ein bekanntes Kinder-Buch von ihr ist Pippi Langstrumpf.

Astrid Lindgren setzte sich für Kinder-Rechte ein.

Sie setzte sich auch für den Tierschutz ein.

Sie erhielt 1994 den Alternativen Nobel-Preis.

Astrid Lindgren erhielt nie den Literatur-Nobel-Preis.

Sie ist eine der erfolg-reichsten Kinder-Buch-Autorinnen der Welt.

Astrid Lindgren starb am 28.01.2002

 

ALLTAGSSPRACHE

Astrid Lindgren, Literatur und Kultur

Zum 20. Todestag von Astrid Lindgren

In diesem Artikel soll ihr Schaffen gewürdigt werden.

Am 28. Januar 2002 stirbt Astrid Lindgren im Alter von 94 Jahren in ihrer Stockholmer Wohnung an einer Virusinfektion. An der Gedenkfeier am 8. März 2002 nahmen neben dem Königshaus und dem Premierminister auch hunderttausende Menschen auf der Straße teil. Hinter ihrem Sarg liefen ein Mädchen und ein weißes Pferd.

Wer war Astrid Lindgren?

1907 wird Astrid Anna Emilia Ericsson in Näs, einem kleinen Ort in Småland, geboren. Hier lebt sie eine glückliche Kindheit auf einem Bauernhof, wo sie in einem rot getünchten Haus mit weißen Fenstern wohnt. Von diesen Erinnerungen wird sie ein Leben lang zehren. „Die Zeit meines Lebens war, wenn ich spielen durfte,“ sagt sie später. Diese Kindheitsidylle wird zum Maßstab ihres Schreibens.

Astrid Ericsson arbeitet zunächst als Sekretärin und heiratet 1931 den Direktor des Automobilclubs Sture Lindgren. Zum Schreiben von Kinderbüchern kam Astrid Lindgren erst, als sie Mutter zweier Kinder war. „Ich habe immer gedacht: Ich will nie ein Buch schreiben. Aber plötzlich konnte ich nicht mehr, da musste ich schreiben.“ 1944 veröffentlicht Astrid Lindgren ihr erstes Kinderbuch: „Mai-Britt erleichtert ihr Herz“. Ein Jahr später erfand sie für ihre Tochter Karin die Geschichte über Pippi Langstrumpf, als ihre Tochter krank im Bett lag. Jahre später reichte Astrid Lindgren das Manuskript als Geburtstagsgeschenk für ihre Tochter bei einem Verlag ein. Lindgren hatte zunächst große Schwierigkeiten, das Manuskript bei einem Verlag unterzubringen. Nach Meinungen einiger Kritiker sei ihre Fantasie geisteskrank und der Einfluss der Figur „Pippi Langstrumpf“, ein kleines Mädchen, das zusammen mit einem Affen und einem Pferd in einem eigenen Haus lebt, auf Kinder schädlich und gefährlich.  

Die Geschichte wurde zu einem Welterfolg, genauso wie die meisten ihrer Folgewerke, beispielsweise „Die Kinder von Bullerbü“, „Die Kinder aus der Krachmacherstraße“ und „Ronja Räubertochter“. Astrid Lindgren schuf jedoch nicht nur eine heile Welt. Sie wagte sich auch an schwierige Themen wie Tod, Einsamkeit und Verlust heran, wie zum Beispiel in „Die Brüder Löwenherz“, „Mio, mein Mio“und „Im Land der Dämmerung.“ 

Die Kritiker warnten vor ihren Werken. Die Bücher sollten nur in die Hände reiferer Kinder gegeben werden. 

Astrid Lindgren vertrat die Meinung, Kinder hätten ihre eigene Vorstellung, die von denen der Erwachsenen abweichen würde. Sie sah das Kind als selbständige Person in der Literatur. Astrid Lindgren konnte sich in das Kind hinein fühlen, daher sind ihre Geschichten so erfolgreich, universell und zeitlos. 

Sie selbst wollte niemals erwachsen werden. „Ich fand es nicht besonders lustig, größer zu werden“, sagt sie später. Sie lebt ihre Kindheit in ihren Geschichten weiter, wie etwa in „Karlsson“, „Michel“, „Madita“ und „Pippi“.

Astrid Lindgren ist bescheiden geblieben und lebte weiter ein einfaches Leben. „Ich bin nur ein Bauernmädchen aus Småland,“sagte sie, obwohl sie zu den am meisten übersetzten Autor:innen der Welt gehört, ihre Werke in 106 verschiedene Sprachen übersetzt wurden und ihre Bücher in über 165 Millionen Exemplaren (Stand: 2019) erschienen sind. 

Ihre Aktivitäten beschränkten sich jedoch nicht nur auf das Schreiben. Ab den 1970er Jahren wuchs ihr Interesse für politische Diskussionen, in die sie sich offensiv einmischte. Ab den 90er-Jahren setzte sie sich auch für die Rechte von Kindern ein, gegen die industrielle Massentierhaltung und für einen verbesserten Tierschutz.

1994 erhielt Astrid Lindgren den Alternativen Nobelpreis. Sie machte sich für die Gerechtigkeit, die Gewaltlosigkeit und das Verständnis gegenüber Minderheiten stark – genauso wie für ihre Liebe und Sorgfalt im Umgang mit der Natur. Sie vertrat die Meinung: „Wir haben diese Welt nur geliehen […]. Und möglicherweise sollte man nicht allzu viel Elend hinterlassen.“

Sie erhielt zwar den Alternativen Nobelpreis, jedoch bekam sie nie den Literaturnobelpreis, obwohl sie zu Lebzeiten mehrfach vorgeschlagen worden war. Doch auch ohne höchstrichterliche Weihen wurde Astrid Lindgren eine der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen der Welt. 

Text: Claudia Antl 

Standort: Wilhelmsaue