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Der Wiedehopf

EINFACH GESAGT:

Der Wiedehopf ist der Vogel des Jahres 2022.

Seine Federn sind am Hals und am Kopf orange und braun.

Seine Federn sind am Rücken und an den Flügeln schwarz und weiß.

Der Wiedehopf ist vom Aussterben bedroht.

Er frisst Insekten.

Viele Insekten sterben.

Das liegt an der modernen Land-Wirtschaft.

Die Insekten brauchen verschiedene Pflanzen.

Es gibt immer mehr Flächen

auf denen die Insekten nichts mehr zu essen finden.

In Deutschland gibt es den Wiedehopf nur in einigen

Landes-Teilen:

Brandenburg, Sachsen-Anhalt und am Oberrhein.

Im Winter lebt der Wiedehopf in der Sahara. Er ruft: hup, hup, hup.

 

ALLTAGSSPRACHE:

Der Wiedehopf

 Vogel des Jahres 2022

„Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der Braut ´nen Blumentopf […].“ 

Dieses Jahr ist der Wiedehopf nicht auf eine Hochzeit eingeladen, wie einst auf der Vogelhochzeit, sondern er ist zum Vogel des Jahres 2022 gewählt worden. 

Seit 1971 wird jedes Jahr vom Naturschutzbund e. V. (NABU) und dem bayrischen Landesverband für Vogelschutz (LBV) ein „Vogel des Jahres“ gekürt. Ausgesucht werden Vogelarten, die vom Aussterben oder deren Lebensraum bedroht sind.

1971 wurde der Wanderfalke zum ersten „Vogel des Jahres“ gewählt. Im Jubiläumsjahr 2021 wurde erstmals der Titel von der Öffentlichkeit vergeben und ging an das Rotkehlchen. 2022 gab abermals die Öffent­lichkeit ihr Votum ab und wählte mit 45.523 Stimmen (31,9 %) den Wiedehopf zum Sieger vor der Mehlschwalbe, die 34.773 der Stimmen (24,4 %) erzielte. 

Wer ist der Wiedehopf?

Der Wiedehopf ist ein echter Hingucker, ein Punk und ein Stinker zugleich. Ein Punk, da das Männchen bei der Balz seine orange-­schwarze Federhaube aufstellt. Und ein Stinker, da zur Abwehr von Feinden die Mutter und die Jungtiere ein stinkendes Sekret produzieren, das nach verfaultem Fleisch riecht. Auf diese Weise sollen Eindringlinge vom Nest abgehalten werden. Außerdem bespritzen die Jungtiere bei Gefahr Feinde mit Kot.

Der Hals und der Kopf des Wiedehopfs sind orange-braun gefärbt und der Rücken und die Flügel sind schwarz-weiß gebändert. Der Schnabel wird bis zu sechs Zentimeter lang und seine Größe beträgt circa 30 Zentimeter. 

O. Strub, der Geschäftsführer des Naturschutzbundes (NABU) Rheinland-Pfalz, glaubt, die spektakuläre Erscheinung des Wiedehopfs sowie sein orangerotes Gefieder und seine markante Federhaube ­hätten ihm zum Sieg verholfen, genauso wie der Wahlslogan „Gift ist keine Lösung“, der auf den Insektenschwund und die intensivierte Landwirtschaft aufmerksam machen soll.

Vogelarten wie der Wiedehopf, die insektenreiche Landschaften benötigten sind von dem Insekten­sterben betroffen, denn mit dem Verschwinden der Insekten verschwindet auch der Wiedehopf aus Deutschland, ebenso aus der Schweiz und Österreich.

Zu der Nahrung des Wiedehopfs gehören nämlich unter anderem Insekten und ihre Larven sowie Spinnen, Regenwürmer und Eidechsen. 

Der Wiedehopf ist ein Zugvogel, der Anfang August in Richtung Süden zieht, wo er in Savannengebieten südlich der Sahara überwintert. 

In Deutschland kommt der Wiedehopf nur noch in einigen Regionen vor. Das Gebiet mit dem größten Vorkommen bildet das Land Brandenburg sowie Teile Sachsen-Anhalts und Teile des nördlichen Oberrheins.

Wer auf die Pirsch gehen und dem Wiedehopf begegnen möchte, sollte auf seinen Ruf „hup, hup, hup“achten.

Text: Claudia Antl

Standort: Wilmersdorf

Illustration: Britta Reise

Quellen: ndr.de, vogeldesjahres.de, nabu-mg.de, 

süddeutsche.de, nabu.de