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EINFACH GESAGT:

Johann Wolfgang von Goethe wurde
1749 geboren in Frankfurt am Main.

Er konnte viele Sachen.

Schon mit 16 Jahren hat er studiert.

Zuerst Rechts-Wissenschaft.

Seine Liebe galt aber dem Schreiben.

Seine Bücher machten ihn welt-berühmt.

Vor allem: Die Leiden des jungen
Werthers und Faust.

Goethe hat nicht nur geschrieben.

Er war auch ein Politiker.

In Weimar war er der Minister-Präsident.

Das war sehr anstrengend für ihn.

Er fuhr dann für zwei Jahre nach Italien.

Da war er 27 Jahre alt.

Er nahm dort Zeichen-Unterricht.

Und schrieb mehrere Bücher.

Dann kam er wieder nach Weimar zurück.

Da lernte er den Dichter Schiller kennen.

Er lernte da auch seine Ehe-Frau kennen.

Goethe hatte mit ihr einen Sohn.

Goethe war auch ein Natur-Wissenschaftler.

Er fand heraus: Mensch und Tier sind
mit-einander verwandt.

Er unter-suchte auch die Farben.

1832 stirbt Goethe in Weimar.

 

ALLTAGSSPRACHE:

Der andere Goethe – Das „Universalgenie“

Johann Wolfgang Goethe, ab 1782 von ­Goethe, wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main  geboren. Er war mit vielen Talenten gesegnet. Er stammte aus einer wohlhabenden Familie – anstatt eine normale Schule zu besuchen, wurde Goethe von Hauslehrern in den üblichen Fächern Schreiben, Rechnen, Geschichte und Geographie sowie in verschiedenen Sprachen (Latein, Griechisch, Französisch, Englisch und Hebräisch) unterrichtet. Er erhielt außerdem Unterricht in Tanzen, Reiten und Fechten. 

Mit 16 Jahren studierte er auf Wunsch seines Vaters Jura in Leipzig. 1770 führte er sein Jurastudium in Straßburg fort, wo er die Doktorwürde erlangte. Nebenher ­besuchte er unter anderen auch Chemie­vorlesungen. Sein Hauptinteresse lag jedoch in der Schriftstellerei. Sein erstes großes Werk war das Drama „Götz von Berlichingen“, das 1773 veröffentlicht wurde. Besonders der Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“, der ihn mit 25 Jahren weltberühmt machte, sowie der „Faust“ ließen Goethe bekannt werden. Er war jedoch nicht nur als Schriftsteller erfolgreich, sondern er machte sich auch als Politiker und Naturwissenschaftler einen Namen.

Am 7. November 1775 traf Goethe mit 26 Jahren in Weimar ein, nachdem ihn der Herzog von Sachsen-Anhalt, Carl August, nach Weimar eingeladen hatte. Er füllte seine ersten Monate in Weimar mit Festen und Lustbarkeiten aller Art aus. Ab 1776 wurde Goethe in vielen Regierungsämtern eingesetzt. Er war unter anderem Leiter der Kriegskommission sowie der Finanzverwaltung und Direktor des Wege- und Bergbaus. Er war auch ein Kabinettschef (Ministerpräsident). Nebenher wurde er auch für private Anliegen des Herzogs eingespannt.

Um 1780 wuchs Goethes Interesse für naturwissenschaftliche Fragen. Er war ein ehrgeiziger und eifriger Forscher. Er beschäftigte sich mit der Geologie, der Mineralogie, der Anatomie, der Physik und auch intensiv mit der Biologie.

1784 entdeckte der Dichter am menschlichen Schädel den Zwischenkieferknochen (os intermaxillare), den sowohl der Mensch als auch der Affe besitzen. Das kam einer Sensation nahe, denn für Theologen und Naturwissenschaftler war es indiskutabel, dass Mensch und Tier miteinander verwandt sein sollten. Doch dieser kleine Knochen beeinflusste das damalige Weltbild. 

Die Amtspflichten am Weimarer Hof erschöpften Goethe. Er befand sich in einer Lebenskrise, sein Verhältnis zur verheirateten Charlotte Stein blieb unerfüllt. Außerdem empfand er seine literarische Kreativität als blockiert. 1786 flüchtete er sich inkognito als Maler unter dem Pseudonym Johann Philipp Möller nach Italien, wo er die meiste Zeit in Rom bei seinem Malerfreund Johann Heinrich Wilhelm Tischbein verbrachte. Dort nahm er Zeichenunterricht und hoffte, dass das klassische Italien (die griechisch-römische Kultur) ihm zu einer künstlerischen Wiedergeburt verhelfen würde. „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“, äußerte sich Goethe. Die zweijährige Italienreise war seine glücklichste Zeit, wird er später sagen wird.

Trotz allem kehrte er schweren Herzens am 18. Juni 1788 nach Weimar zurück. Er lernte wenig später Christiane Vulpius kennen, die er nach langem Zusammenleben 1806 heiratete. 1789 wurde ihr gemeinsamer Sohn August geboren, der als einziges von fünf Kindern überlebte.

Ab 1790 beschäftigte sich Goethe bis zu seinem Tode mit Untersuchungen zu einer eigenen Farbenlehre. Goethe nahm an, dass eine Farbe erst im inneren Auge des Menschen entstünde und dass sie einen erheblichen Einfluss auf die Psyche des Menschen hätte. Seine Farbenlehre ist jedoch bis heute umstritten.

Von 1791 bis 1817 übernahm er die Leitung des Weimarer Hoftheaters. Zu jener Zeit war Weimar mit Schiller (Dichter), Herder (Dichter), Wieland (Dichter) und dem Gedankenaustausch Goethes mit Johann Gottlieb Fichte (Philosoph) und den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt (Philosophen, Forscher) das geistige Zentrum Deutschlands.

1794 befreundete Goethe sich mit Schiller. Ihre Freundschaft hielt bis zu dem Tode Schillers 1805. Goethe empfand den Tod Schillers als großen Verlust und er hatte sogar für ein Jahr den (vermeintlichen) Totenschädel seines Freundes auf seinem Schreibtisch stehen.

1816 starb Goethes Frau Christiane Vulpius und 1830 sein Sohn August.

Goethe schloss am 22. März 1832 für immer seine Augen. Das „Universalgenie“ wurde wenige Tage nach seinem Tode neben Schiller in Weimar begraben.

Text: Claudia Antl
Standort: Wilmersdorf

Quelle: derkrammer.at, pro-physik, inhaltsangabe.de, planet-­wissen.de, weimar-tourist.de, biologie-seite.de, dw.com, de.wickipedia.org, schule-und-familie.de