- +
Schriftgröße
Vorlesen
lsEinfach GesagtdeAlltagssprache

EINFACH GESAGT:

Rap und Hip-Hop

Rap ist englisch.

Das spricht man: Repp

Das bedeutet:
Sprechen zu einer Musik.

Man sagt auch Hip-Hop zu Rap.

Hip-Hop bedeutet aber noch mehr.

Zum Beispiel:

DJing
Das spricht man: Di-dschä-ing
Das heißt: die Musik für das Rappen zu machen.

MCing
Das spricht man: Emm-ßi-ing
Das ist das eigentliche Rappen
Aber auch das Publikum anheizen
Oder die Show moderieren

Writing
Das spricht man: Reiting
Man sagt auch Graffiti dazu.
Das heißt:
Buchstaben kunst-voll malen.
Z. B. an Haus-Wände

Beatboxen
Das spricht man: Biet-bocksen
Das heißt:
Man macht Musik-Instrumente nach
nur mit Mund und Nase und Rachen.
Zum Beispiel: Schlagzeug.

Hip-Hop kam zuerst aus den armen
Bezirken von New York in den USA.

New York spricht man: Nju jork.

Rap gibt es schon seit den 1970er Jahren.

Am meisten Erfolg hatte Rap
in den 1990er Jahren.

Heute wird auf der ganzen Welt gerappt.

 

ALLTAGSSPRACHE:

Die Geschichte des Hip-Hop – Viel mehr als nur eine Musikrichtung

Ich liebe Hip-Hop! Seit ca. ’87 (Beastie Boys, N. W. A., Public Enemy, Run DMC) wurde ich mehr und mehr  verrückt nach Hip-Hop… Ich werde nie vergessen, wie ich das erste Mal Beastie Boys im Fernsehen sah oder Public Enemy im Radio hörte…

Hip-Hop ist nicht nur Rap…
…Hip-Hop ist die ganze Subkultur dahinter, also nicht nur Musik… Wie sagte schon KRS One? „Hip-Hop is something you ARE, Rap is something you DO“ (Hip-Hop ist etwas, was Du BIST, Rap ist etwas was Du TUST.)

Es gibt seit Jahren einige herausragende Elemente der Hip-Hop-Kultur. Zum Beispiel:
– DJing (scratchen, mixen oder auch Beatbasteln, also Rap-Songs kompo­nieren, wenn man so will)
– MCing (Rappen und Publikum anheizen bzw. die Show des DJs moderieren)
– Breakdance (sehr ausgefallene Tänze, bei denen sich die Tänzer teilweise wie Roboter bewegen oder sich auf dem Kopf drehen etc.)
– Graffitiwriting (seinen Künstlernamen oder Schlagworte künstlerisch und schwer lesbar an Wände, Züge etc. sprühen) und auch
– Beatboxen (nur mit der Stimme einen Rhythmus erzeugen).

Einige Rapper, wie z. B. Ice-T, LL Cool J, Ice Cube, Sticky Fingaz, Method Man, Nas kennt man heutzutage auch als Schau­spieler oder Film-Produzenten.

Angefangen hat das der Legende nach alles 1973, auf einer Blockparty in der Süd-Bronx, wo DJ Kool Herc für eine Party seiner Schwester DJ war. DJs gab es etwa seit den 20er bis 40er Jahren. Neu war damals die Art und Weise, wie DJ Kool Herc das machte: Er benutzte 2 Plattenspieler mit 2 gleichen Schallplatten und wiederholte die Stellen der Songs, an denen nicht gesungen wurde durch Verschieben der Schallplatten mit der Hand (scratchen) und einen Crossfader (Überblender), um zwischen den Plattenspielern zu wechseln.

Nach und nach wurden diese „Blockparties“ immer beliebter, größer und berühmter. Es kamen Breakdancer (B-Boys/Girls) dazu – diese tauchten zuerst bei DJ Afrika Bambataa auf – und „Writer“ (Grafitti-Künstler) und Rapper.

Das mit dem Rappen kommt vom Toasting (Sprechgesang bzw. Toasting bedeutet im Englischen, etwas oder jemanden feiern, im Sinne von hochloben.) der Selectors in Jamaika (ein DJ wird auf Jamaika Selector genannt), die über eine Dub-Version eines Reggaestücks Kommentare oder Reime etc. sprachen. 

Allerdings beruht speziell das Rappen auch auf der Tradition der ­Griots (der Wandererzähler und -sänger aus Westafrika). DJs begannen auch schon vor dem Hip-Hop, über Songs drüber zu sprechen, um sie anzusagen, besonders zu präsentieren etc. Das fand ca. seit den 60ern statt.

Der Legende nach wuchs die Zahl der DJs und Parties auch deshalb stark an, weil es einen Stromausfall in New York gab (zwei Tage waren weite Teile der Stadt ohne Strom und im Dunklen) und es auch Plünderungen in den Musik-Equipment-Läden gab, aber wirklich bewiesen wurde das nie.

In der Bronx, in der Hip-Hop „aus der Taufe“ gehoben wurde, und in einigen anderen Vierteln New Yorks – etwa Brooklyn und auch Harlem – herrschten in den 70er Jahren unzumutbare Zustände: Drogen, Kriminalität und Gewalt zwischen ver­schiedenen Gangs gehörten zum Alltag.

In diesem Klima, bei dem die damalige politische Führung von NYC (New York City) tatenlos zusah, entstand Hip-Hop, aber nicht etwa aus Frust, sondern um dem Frust und der Gewalt entgegenzutreten oder zu entkommen, ohne den Halt der Gruppe zu verlieren. Breakdance z. B. bedeute nicht, gegeneinander zu kämpfen, sondern gegeneinander zu tanzen. 

Es wurde auch gegeneinander gerappt, DJs traten gegeneinander an. Jeder wollte sich in seinem Können verbessern. So fanden Blockparties auch nicht nur aus Spaß statt, sondern dienten auch als Charity-Veranstaltungen, um Geld für die Bedürftigen des Blocks zu sammeln: East Coast Hip-Hop war geboren.

In den frühen 80er Jahren entstand auch an der Westküste im Großraum L. A. der West Coast Hip-Hop. Dieser entwickelte sich zum Großteil aus Electro Funk. Durch Bands wie N. W. A. kam Gangsta-Rap auf und wieder später durch Dr. Dre (nach N. W. A.) entstand aus dem Gangsta-Rap G-Funk.

Durch z. B. GIs (US-Soldaten), die überall in der Welt stationiert sind, breitete sich Hip-Hop seit Anfang der 80er in der ganzen Welt aus und ist immer noch eine der beliebtesten Subkulturen überhaupt.

Ab den 90ern war Hip-Hop nicht mehr wegzudenken. Dr. Dre veröffentlichte „The Chronic“ (1992), der Wu-Tang Clan brachte „Enter the Wu-Tang: 36 Chambers“ (1993), und Nas „Illmatic“ (1994) heraus. Absolute Meilensteine der Rapmusik. An der Westküste wurde maßgeblich durch „The Chronic“ G-Funk sehr beliebt.

Mit der Zeit entstand allerdings auch ein regelrechter Krieg in der inzwischen ­großen Rap-Musikindustrie zwischen den Plattenfirmen der Ost- und Westküste der USA, der weit über das übliche gegenseitige „Dissen“ hinausging und leider in den Morden an den populärsten Rappern dieser Zeit, Notorious B. I. G. (Ostküste) und 2Pac (Westküste), gipfelte, sodass die Mütter der beiden Rapper im Fernsehen auftraten und in einer flammenden Rede und unter Tränen die Kontrahenten aufforderten, diesen „Krieg“ zu beenden. Was dann auch passierte. 

Das hatte zur Folge, dass Rapmusik viel „glatter“ bzw. poppiger („Bling Bling Era“) wurde, was Hip-Hopper der „alten Schule“ schon bei G-Funk so empfanden.

Euer werter Schreiberling kam wie gesagt in den 80ern mit der Hip-Hop-Kultur in Berührung und macht inzwischen selbst „Beats“ (Instrumentals, auf die man dann rappen kann) und zeichnet Graffiti. Meine favorite Artists sind übrigens Nas, House of Pain, Onyx, Smif-N-Wessun, Wu-Tang Clan, 2Pac, MC Eiht, Cypress Hill, Funkdoobiest und Beatnuts.

Text: Thomas Steinweg
Standort: Wilmersdorf